Leben & Reisen

Moody Monday #2: Me, myself and I.

4. September 2017
MeMySelfandI

Manchmal bin ich mir selbst zu wankelmütig. Weil ich höchst euphorisch eine Entscheidung treffe, die ich fünf Minuten später wieder über Bord schmeiße – einfach so. Zu wenig geduldig. Weil ich schon mindestens drei Überraschungen habe platzen lassen, vor lauter Quengelei. Zu wenig ehrgeizig. Weil mir hin und wieder die Puste fehlt, Dinge durchzuhalten, die nicht von Anfang an laufen wie geschmiert. Zu unsportlich. Weil ich mich doch meistens für gemütliche Kreativprojekte entscheide anstatt meiner wenig vorhandenen Sportmotivation beim Joggen hinterher zu hecheln.

Und ausgerechnet dann, wenn ich gerade in den Ring steigen will, um wieder den Kampf auszufechten, gegen mich selbst, dann meldet sich noch die quäkende innere Stimme zu Wort und brüllt: „Entscheid‘ dich! Entspann dich! Fokussier dich! Und beweg dich!“ Und damit schlägt sie mich, wenn ich nicht gerade in Höchstform bin, mit wenigen Hieben noch vor der ersten Runde K.O..

Doch das Schicksal wäre nicht das Schicksal, wenn es nicht gelegentlich zur Stelle wäre und den passenden Hinweis liefern würde. Eine inspirierende Begegnung. Oder einen neuen Denkanstoß. Und so bin ich kürzlich mehr zufällig über den Begriff „Lagom“ gestolpert. Was das ist?

Lagom kommt aus Schweden, bedeutet so viel wie „gerade richtig“ und bringt uns dahin zurück, wo wir eigentlich hingehören: In die Mitte.

Zurück zu den wesentlichen Dingen. Zu einem ordentlichen Maß zwischen Arbeit und Freizeit, Anstrengung und Entspannung oder Überfluss und Bescheidenheit. Das bedeutet nicht, dass ich ab sofort nur noch die Füße hochlege und die Yogamatte im Keller einmotte.

Balance heißt das Zauberwort, das uns quasi auf direktem Weg zu mittelmäßiger Spitzenklasse bringt! Ich muss nicht in allen Lebensbereichen perfekt sein. Oder nur nach ersten Plätzen streben. Möchte ich auch gar nicht. Denn: Mittelmäßig lebt es sich leichter. Weil der Druck weicht. Es innerlich befreit. Und deshalb glücklicher macht. Ein bisschen mehr Mäßigung hilft, das teilweise so komplizierte Leben mit einem Augenzwinkern zu sehen. Mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und die Dinge gelegentlich so zu akzeptieren, wie sie sind. Nicht immer perfekt, aber genau deshalb so spannend!

Es klappt nicht jeden Tag. Und doch versuche ich mir ab sofort folgende Dinge ins Bewusstsein zu rufen, wenn die innere Stimme wieder Luft holt, um zum verbalen Schlagabtausch anzusetzen: Ich muss nicht Super-Woman sein. Und auch nicht immer Everybody’s Darling. Egal für wen, wo und wann. Stattdessen  muss ich mich im Spiegel anschauen können, mit einem Lächeln im Gesicht und mir selbst sagen können: „Ich hab mich lieb. Weil ich so bin, wie ich bin.“ Nicht immer perfekt, aber dafür einzigartig. Und glücklich entspannt. Eben einfach Lagom.

schöne andere Dinge

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