Do It Yourself Wohnen

Grüner wohnen: Bauchnabelpflanze vermehren

13. September 2017
Pilea_vermehren_1

Eigentlich läuft es gerade wieder ganz gut mit uns. Nach einigen Tiefen geht es seit einiger Zeit wieder bergauf, zwischen der kleinen Pilea und mir. Die Pilea – auch bekannt als Bauchnabelpflanze oder Ufopflanze – hatte nämlich vor einiger Zeit richtig nasse Füße (weil zu viel gegossen, hm). Und ich (leicht panisch) nichts besseres zu tun, als sie bei schönstem Sonnenschein in die Sommersonne zu packen. Sie dankte es mir mit braunen Blättern. Es folgte gezwungenermaßen: Standortwechsel der Dritte. Der letzte Versuch ihr damals noch junges Pflanzenleben zu retten.

Pilea_vermehren_10Aber, alte Hobbygärtner-Weisheit: Neuer Standort, neues Glück. Sie wuchs vor sich hin, schien erholt von ihren Strapazen. Und in mir drin schwoll der Stolz, jetzt endlich mit ihr über den Berg zu sein. Eben doch einen grünen Daumen zu haben. Ja, es lief gut. Zu gut. Denn mit jedem neuen Blatt, das ich beim Vorbeigehen erspähte, wuchs auch der gärtnerische Übermut. Den der Satz einer Freundin am Wochenende direkt herausfordern sollte. „Kennst du die Pflanze mit den runden Blättern?“, meinte sie zu mir.  „Jackpot! Challenge accepted! Jetzt zeig mal was du wirklich kannst!“, rief meine innere Stimme noch bevor ich den Mund aufmachen konnte und zwinkerte dem noch hellgrün schimmernden Daumen herausfordernd zu. Und dann sprudelte es auch schon aus mir hervor: „Klar! Willste? Kriegste! Bei mir wachsen die ohne Ende.“ (Denkste.)

Getreu dem Motto: „No Risk, no Fun“ habe ich vor zwei Tagen dann also den nächsten Schritt gewagt. Einen, der unserer (Pflanzen-Mensch-)Liebe ordentlich Schwung verleihen soll. Sie aufs nächste Level heben. Denn wenn wir das schaffen (sprich, sie es beide überleben), dann erobern wir die (Pflanzen-)Welt. Dafür musste ich aber erstmal die Pflanzen-Amme spielen. Damit aus einer Pilea zwei werden. Und wir ein Dreamteam. Zu dritt. Quasi. Wie die Pilea-Vermehrung gelingt? Eigentlich easy. So die Theorie.

Pilea_vermehren_2Mit einem scharfen Messer (z. B. Cutter oder Stecklingsmesser) einen Steckling abschneiden. So heißen die unbewurzelten Triebstücke. Dabei gilt es zu beachten: Das Triebstück sollte mindestens fünf Blätter haben und ausnahmsweise kommt’s auch auf die Länge an (Äh, hat sie nicht gesagt? Doch hat sie!). Denn: Je länger desto besser. Heißt im Klartext: Der Trieb sollte mindestens vier Zentimeter lang sein.

Pilea_vermehren_3Erfolgreich getrennt? Dann kommt jetzt wieder zusammen, was zusammen gehört. Im Gegensatz zu vielen anderen Pflänzchen kommt die Pilea nach ihrer Abnabelung nämlich nicht erst in Wasser sondern direkt wieder in vertrautes Terrain. Heißt: Erde. Etwas davon in einen Topf füllen, den Trieb einsetzen, mit Erde auffüllen, vorsichtig andrücken und leicht gießen.

Pilea_vermehren_4Wenn’s gut läuft (und man sich bei der Vermehrung richtig angestellt hat), schlägt das neue Gewächs nach ein bis zwei Wochen erste Wurzeln. Bis dahin heißt es weiter gießen, hegen, pflegen.

Pilea_vermehren_5Und drehen. Der Sonne entgegen, ansonsten wird’s einseitig im Topf. Denn die Blätter wachsen in Richtung Licht.

Pilea_vermehren_5Übrigens: Der Erdballen sollte nie ganz austrocknen. Also immer schön feucht halten, aber bitte nicht fluten. Es spricht die Erfahrung aus mir.

Pilea_vermehren_7Tja, da waren’s dann also plötzlich zwei. Ob unser (Beziehungs-)Experiment aber glückt? Wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Das neue Pflänzchen muss schließlich erstmal ein wenig wachsen. So wie jede gute Beziehung, jede neue Liebe, eben auch.

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