Wohnen

Wir machen Blau: Das kleine Kitchen-Makeover

24. Oktober 2017
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Eine der ersten Fragen, die ich Monsieur S. kurz nach unserem Kennenlernen gestellt habe, war: „Kannst du Heimwerken?“ Für ihn wirkte es wie ein schlechter Scherz. Für mich war es der volle Ernst. Ein schlechter Scherz für ihn, weil er sie aus seiner Sicht so richtig drauf hat, die Sache mit dem Handwerkszeug. Quasi so drauf, das man es direkt hätte sehen müssen. Oder fühlen. Fragen? Aber sowas von überflüssig. Der volle Ernst war es für mich, weil man wissen muss: Ich bin Wohnungs-Umräumer aus Leidenschaft. Streiche gern Wände (oder lassen streichen, so viel Ehrlichkeit muss sein), rücke Möbel von A nach B oder baue ein bisschen vom Interieur selbst. Das geht noch zurück auf meine Kindheitstage. Und habe ich bis heute irgendwie nicht abgelegt. Leider.

Deshalb hilft also nur fragen, ob man zwei helfende Hände dazu gewinnt. Oder eben zwei linke. Denn jede Hand zählt. Und da viel behauptet, angetäuscht und geblufft werden kann, wurde am Realbeispiel (aka. unserer Wohnung) geprüft, gewerkelt, gesägt und gebohrt. Unter Aufsicht versteht sich.Kitchen_Makeover_17Das Ergebnis? Nach einigen gestrichenen Wänden, selbst gebautem Mobiliar und dem ein oder anderen DIY-Projekt kann auch ich bestätigen: Ja, er kann’s! Und wie! Und genau deshalb habe ich ihm auch die Küche anvertraut. Die Wand, um genau zu sein. Denn am Herd, da bleibe dann doch ich, irgendwie. Aber auch gern mit zwei helfenden Händen (die hat er da nämlich auch). Jetzt zurück zur Wand. Dunkelblau, sollte sie sein. Denn Blau gesehen habe ich viel. Direkt verliebt und meine mit mir selbst ausgehandelte Abmachung („In der neuen Wohnung nur noch weiße Wände!“) direkt wieder über Bord geworfen.Kitchen_Makeover_11

So gut wie ich manchmal meine Meinung ändern kann, so schlecht klappt die präzise Farbwahl (ich spreche aus Erfahrung). Aber gut Ding will Weile haben. Und das richtige Blau auch. Deswegen habe ich mir erstmal eine kleine Farbkartensammlung zugelegt. In Blau, versteht sich. Sie im Hellen betrachtet, aber auch im Dunkeln. Manches direkt ausgeschlossen, anderes in den engeren (Farb-)Auswahlkreis mit aufgenommen. Und am Ende sogar alles mit mir in der Handtasche umher getragen, ab und an mal schnell drauf gelinst, jederzeit bereit im Baumarkt einen Stopp einzulegen und die richtige Farbe mischen zu lassen.Kitchen_Makeover_2

Irgendwann war es dann soweit. Die Entscheidung getroffen. Samstag, Spätnachmittag. Zwischen Marktbesuch und dem Schweden. Das Ergebnis: Ein dunkles Blau von Renovo, das für mich sogar noch eine Spur dunkler und satter hätte sein können. Denn aufwändiger Farbauswahlprozess hin oder her: Das wahre Ergebnis der Farbe sieht man ja meistens doch erst hinterher. Ich hab sie trotzdem gern, die blaue Wand. Kitchen_Makeover_13Apropos Wand: Einkaufszettel, kleine Liebesbriefchen (man muss ja nicht immer Mann oder Frau der vielen Worte sein) klemmen an unserem Wandgitter. Topflappen, Geschirrtücher und Einkaufsbeutel baumeln auch direkt mit dran. Alles schön ordentlich und immer griffbereit. Und zumindest der Versuch, die Küche nicht direkt in ein großes Schlachtfeld zu verwandeln. Darin bin ich nämlich spitze.Kitchen_Makeover_10

Die Küchenstühle sind Erbstücke, die wir neben unserem Wire-Chair ergattert haben. Noch zwei schnieke Kissen von JUNIQE drauf gepackt: Läuft. Oder besser gesagt sitzt sich deutlich besser. Die hübschen Teller sind übrigens von Motel a Mio, die das wunderbare Geschirr umweltfreundlich und zu fairen Bedingungen in Portugal fertigen lassen. Da fühlt sich jede Mahlzeit noch besser an. Und wie Urlaub sowieso. Kitchen_Makeover_12Während man also sitzt und schlemmt, sich fühlt wie auf einem kurzen Europatrip, mischt sich ab sofort noch ein bisschen Urwald-Feeling mit dazu. Auf dem kleinen Hängeregal ist jetzt nämlich ganz viel Platz für neue grüne Mitbewohner. Die werden in letzter Zeit ja immer mehr bei uns. Seit wir den Pflanzen-Dreh so richtig raus haben und nicht mehr nur gießen und irgendwann entsorgen sondern jetzt auch umtopfen und vermehren. Übung macht den Gärtner-Meister, sage ich da nur. Kitchen_Makeover_6 Kitchen_Makeover_7Die Wand war blau, das Regal hing (wieder). Blieb nur noch die Frage nach einer weiteren Aufbewahrungsmöglichkeit. „Ich will eine schicke Vitrine“, sagte ich. „Das ist unpraktisch“, sagte der Mann, der insgeheim wahrscheinlich auf ein bisschen mehr Industrial-Feeling gehofft hat, dass er so gern mag. Zwei Meinungen, ein Ziel (mehr Stauraum) und die fixe Idee, sich doch einfach umzuschauen, was es so gibt. Aus dem Bauch heraus zu entscheiden, was gefällt. Und was man lieber lässt. And the Winner was: Er. Also der Schrank. Spontane Entscheidungen sind nicht immer die besten. Die war es aber auf jeden Fall. Muss auch ich gestehen und habe noch zwei Holzplatten auf die Metallschränkchen gepackt. Um das Industrial-Feeling ein bisschen mehr nach Mädchen aussehen zu lassen. Oder so.

Kitchen_Makeover_3Kitchen_Makeover_5 Kitchen_Makeover_4 Zu guter Letzt wurde der Wasserkasten noch in unserer alten Weinkiste verstaut. Zwar nicht versteckt, aber immerhin hat er jetzt ein hübsches Drumherum. Quasi außen hui, innen Wasser. Olé olé!

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So sieht’s jetzt also aus, bei uns in der Küche. Einzig und allein der Tisch wird irgendwann noch ausgetauscht. Aber wir machen jetzt erstmal ein bisschen Blau, wie die Wand. Und freuen uns auf das nächste DIY-Projekt. Denn das kommt bestimmt. Stimmt’s Monsieur S.?

 

schöne andere Dinge

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