Do It Yourself Wohnen

No. 9 | The Modern Traditional baut: DIY Weihnachtsbaum aus Holz

9. Dezember 2017
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Als ich im Spätsommer mit Monsieur S. durch den Schwarzwald spaziert bin und mir der frische Waldduft um die Nase wehte, kam mir eine aus meiner Sicht fabelhafte Idee. Wieso einen Weihnachtsbaum kaufen, wenn man ihn doch auch mal ganz Naturburschen-like selber schlagen kann?! Es kommt das Aber. Kaum ausgesprochen, ja eigentlich noch gar nicht ordentlich zu Ende gedacht, flog mir der erste „Frau, wieso hast du immer die stressigsten Ideen?!“ Blick entgegen.

Geschichten, die mein Beziehungsleben von Zeit zu Zeit so schreibt. Ich denke: „Yay“. Monsieur S. so: „Nay, echt jetzt?“ Naja. Ein paar Tage haben wir ja noch, um die Frage mit dem Weihnachtsbaum zu klären. Und eine alternative Tanne auch. Bis wir die Baumfrage „Schlagen oder schlagen lassen?“ endgültig geklärt haben, erfreuen wir uns nämlich erstmal an einem anderen Baum. Denn: Wir haben in diesem Jahr nämlich zwei Bäume. Weil wir es können. Und so richtig drauf haben. Und weil einer davon so pflegeleicht ist, das eigentlich gar nicht auffällt, dass er da ist. Einmal gebaut, hält er ein Leben lang. Der Knaller!

Wovon ich spreche? Von der Tanne, die schlicht ist, nicht nadelt und damit das Potential zum Baum des Jahres, ach was des Lebens hat. Wie ihr auch an so einen schicken Baum kommt? Eigentlich ganz leicht.

Ihr braucht für den DIY-Weihnachtsbaum:

Holzleisten in den folgenden Größen
– 20×30 cm (Bodenplatte)
– 8×8 cm (14x)
– 70 cm (2x)
– 60 cm (2x)
– 55 cm (2x)
– 50 cm (2x)
– 45 cm (2x)
– 40 cm (2x)
– 35 cm (2x)
– 30 cm (2x)
– 25 cm (2x)
– 20 cm (2x)
– 15 cm (2x)
– 10 cm (1x)

Und sonst so:
– Gewindestange, 1 Meter Länge, 1 cm Durchmesser
– zwei Unterlegscheiben
– zwei Muttern
– Maul-oder Ringschlüssel
– Akkuschrauber oder Bohrer
– Forstnerbohrer
– Stichsäge
– Schmirgelpapier für Holz
– Bleistift
– Metallsäge (muss nicht sein)

Und so wird ein Baum draus:

Schneidet die Holzleiste mit der Stichsäge zu. Wer kann, der fragt noch einen Mann. Oder die Freundin. Oder der Schwester. Denn zwei weitere Hände sind hier ganz hilfreich. Nach dem Sägen ist vor dem Schmirgeln. Mit Schleifpapier die ausgefriselten Kanten glatt schleifen, sodass keine Holzsplitter mehr abstehen.

Jetzt werden die Mittelpunkte der Holzleisten markiert, durch die anschließend jeweils ein Loch gebohrt wird. Mit der Bodenplatte (20x30cm) und dem oberen Endstück haben wir noch ein bisschen mehr vor. Erst wie bei den anderen Leisten auch das Loch durch den Mittelpunkt bohren. Und dann noch mit dem Forstnerbohrer ein Loch in die Platte und das Endstück fräsen. Etwa bis zur Hälfte des Holzes. Ziel ist, dass nachher Mutter inklusive Unterlegscheibe im Loch verschwindet.

Das meiste ist geschaft, jetzt kommt Mädelsarbeit: das Fädeln. Vorab muss aber noch die Gewindestange vorbereitet werden. Steckt sie dafür durch das Loch der Bodenplatte, schiebt die Unterlegscheibe von unten in das ausgefräste Loch auf die Stange, Mutter drüber und festdrehen.

TMT_Kalender_Tuer_9_Baum_10Dann kann gefädelt werden. Gestartet wird mit zwei 8×8 cm großen Stücken. Dann ganz einfach von lang nach kurz alle Holzleisten auf den Stab stecken und versetzt ausrichten (später kann noch nachjustiert werden, so lange die Muttern noch nicht ganz fest sind). Das 8×8 cm große Holzstück bildet immer das Zwischenstück.

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Den (hölzernen) Abschluss bildet das 8×8 cm große Stück mit dem ausgefrästen Loch. Dieses Holzstück mit der Fräsung nach oben aufstecken und genau wie die Bodenplatte mit einer Unterlegscheibe und einer Mutter versehen. TMT_Kalender_Tuer_9_Baum_9

Wer mag, sägt das überstehende Ende der Gewindestange mit einer Metallsäge ab. Ich hatte keine und habe deswegen ganz frech einen Stern drüber gesteckt. Fällt gar nicht auf.

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Und fertig ist er auch schon, der hölzerne (Tannen-)Baum.

TMT_Kalender_Tuer_9_Baum_1 Nadelt nicht, piekt nicht und braucht sonst auch nicht viel Pflege. Wer nach all‘ dem Sägen, Schleifen und Fädeln noch Lust und Muse für Feinarbeit hat, dekoriert noch. 

Ich lasse ihn so. Und dichte in der Zwischenzeit ein bisschen Weihnachtslieder um. „Oh Tannenbaum, wie schön sind deine Leisten!“

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