Leben & Reisen

Moody Monday #3: Wann hast du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?

22. Oktober 2018
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Ich bin begnadete Kiosk-Gängerin. Je mehr Zeit dafür des besser. Je mehr Zeitschriften desto besser. Schlendern, schauen, schmökern. Beim letzten Kioskbesuch blieb mein Blick an einem Kalender mit dem Titel: „Wann hast du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?“ hängen. Ich musste nur ganz kurz überlegen und dachte: „Schnorcheln im Urlaub vor zwei Wochen, das war’s.“ Check! Und das letzte erste Mal davor? War schon wieder vom Erinnerungsradar verschwunden. Blöd. Und schade.

Als Kind, da hat man noch viele und vor allem aufregende erste Male. Das erste Mal übernachten bei Freunden. Der erste Schultag. Die erste Stunde allein im Ballettunterricht. Ja, als Kind springt man noch mit offenen Augen durchs Leben. Saugt alles ein. Probiert alles aus. Hat keine Angst vorm Scheitern. Denkt nicht darüber nach. Sondern macht.

Und als Erwachsener? Braucht man Zeitschriften aus besagtem Kiosk oder eben motivierende Kalenderblätter, um wieder genau daran erinnert zu werden. Achtsam zu sein. Offen zu sein. Mutig zu sein. Weil wir denken, wir kennen schon alles. Weil wir nicht scheitern wollen. Weil wir vermuten, wir können schon alles. Nö, so richtig überraschen und beeindrucken kann uns doch sowieso nichts mehr. Denkste.

Stattdessen vergessen wir im Alltagsnebel einfach so häufig, dass wir bisher nur einen Bruchteil von dem gesehen und getestet haben, was das Leben uns bietet. Wir glauben im ersten Moment nicht dran, dass uns auch das vermeintliche Scheitern (das wahrscheinlich auch nur wir selbst als Scheitern betrachten),beim Gehen von Neuen aber auch altbewährten Wegen weiter voran bringen kann. Wir haben vergessen, dass wir für den Mut Neues zu wagen immer wieder belohnt werden. Mit einzigartigen Bildern. Tiefgreifenden Begegnungen. Einem besseren Blick auf uns selbst. Ja, genau die Dinge sind es, die uns viel öfter motivieren sollten, mal wieder mutig zu sein.

Immer, wenn ich was Neues ausprobiert habe, entdecke ich neue Seiten an mir. Merke, dass ich mich für Dinge begeistern lassen kann, an die ich vorher nicht geglaubt habe. Und werde dabei irgendwie ein bisschen süchtig nach dem „Das-erste-Mal-Gefühl“. Weil es einen selbst mit Stolz erfüllen kann, Ängste oder auch einfach nur den inneren Schweinehund überwunden zu haben. Nach den vielen ersten Malen Stück für Stück zu erfahren, wer man wirklich ist. Oder wer eben auch nicht. Dabei muss das erste Mal gar nicht immer was Großartiges sein. Mit dem Fahrrad zur Arbeit radeln zum Beispiel. Die Pasta gemütlich selbst machen anstatt sie kaufen. Oder die vor Monaten gekauften Wolle an kalten Herbstabenden in den geplanten Pullover zu verwandeln, anstatt doch wieder einen zu kaufen. Raus aus der Komfortzone, sich selbst und seine kleinen und großen Grenzen überwinden.

Ich glaube, mein nächstes erstes Mal wird ein Töpferkurs. Und ihr? Wann habt ihr zum letzten Mal was zum ersten Mal gemacht?

 

 

schöne andere Dinge

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